Kunst, Kultur & Tradition: Sehenswerte Zeitzeugen im Alten Land
   
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Wenn Sie aus Richtung Hamburg nach Jork fahren, ist sie bereits von weitem deutlich zu erkennen: Die Windmühle "Aurora". Direkt an der K 39 thront sie auf einem kleinen Deich und zeugt damit noch heute von dem damaligen Leben auf dem Land. Namensgeberin war Aurora von Königsmarck, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine schillernde Person sowohl in gesellschaftlicher als auch in politischer Hinsicht war. Sie ist neben der "Venti-Amica"-Mühle in Hollern-Twielenfleth einzigartig in diesem Landkreis.

Wenn Sie nun hinter der Mühle links von der K 39 in Richtung Jork abbiegen, kommen Sie direkt auf die Borsteler Kirche St. Nicolai zu. Im Sommer erleben Sie hier einen einmaligen Anblick, denn am Wasser stehen mehrere japanische Zierkirschen, die blühend eine wunderschöne Kulisse für das Kirchenschiff und dem separaten Kirchturm bieten. Der Innenraum überzeugt durch seine Pracht und Schönheit und ein Gottesdienst nur bei Kerzenlicht lädt zum Verweilen ein...

In Jorks Zentrum, nur wenige Meter Richtung Buxtehude, befindet sich auf der linken Seite die "St.-Matthias-Kirche". Ihre erstmalige Erwähnung findet sie bereits im Jahre 1221 in einer Urkunden des Bischofs Iso von Bremen zu Verden. Die Entstehungszeit des Kirchenschiffs, wie es noch heute steht, wird zwischen den Jahren 1664 und 1709 angesiedelt. Seine stattliche Größe beläuft sich auf 40 m Länge und 14 m Breite. Der Glockenturm steht, wie auch bei den anderen Kirchen in Borstel und Estebrügge, ein wenig abgerückt und weist eine Höhe von 35 m auf. Besonders sehenswert ist der prunkvolle Altar. Aber auch ansonsten lohnt sich ein Blick: Denn neben Blechsternen, die den gesamten Innenraum schmücken, dem Taufbecken von 1791 gibt es hier noch Teile einer Arp-Schnittger-Orgel zu bewundern.

Im Ortsteil Estebrügge finden Sie die "St. Martini-Kirche", die in diesem Jahr ihr 300-jähriges Bestehen mit vielen Veranstaltungen und Konzerten feiert. Der separate Glockenturm, der eine Höhe von 37 m aufweist, ist etwas Besonderes. Denn während der letzten Jahrhundert hat er sich um 36°C um seine eigene Achse gedreht. Lesen Sie mehr über Estebrügge und seine Kirche unter "Estebrügge - Eine Dame feiert ihren 300. Geburtstag".

 

Von Schwänen und Fruchtbarkeit

Breits vor Jahrhunderten erbaut, prägen sie noch heute das Alte Land: Prunkpforten und Giebel, mit denen die alten Bauernhäuser verziert worden. Was für den Besucher heute ein Wahrzeichen für die typische Altländer Bauweise ist, hatte einst wichtige symbolische Aufgaben zu erfüllen. So galten (und gelten mit einem kleinen Augenzwinkern natürlich bis heute) zum Beispiel die Schwäne, die Sie bei vielen Häusern als thronende Spitze finden werden, als Fruchtbarkeitssymbol und Bringer des Lichts und des Frühlings. Besonders schön anzusehen sind die sogenannten Prunkpforten, also Torbögen, die mit einer besonderen Liebe zum Detail herrlich verziert worden sind. So sind Sprüche wie "Porta patens esto nully claudaris honeste" ("Diese offene Pforte ist keinem ehrlichen Manne verschlossen") ein Willkommensgruß und Zeichen der Altländer Gastfreundlichkeit. Eines der gut erhaltenen Tore finden Sie in Osterjork. Dazu folgen Sie einfach der Jorker Kreuzung etwa 2 km in Richtung Königreich. Zu sehen ist das schöne Stück dann auf der rechten Seite.

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